Sakristeischrank

                                             









Als 1923 die Chorfenster der Alexanderkirche in Stand gesetzt wurden, herrschte infolge Inflation und Arbeitslosigkeit große Not. Zur Finanzierung wurde der spätgotische Sakristeischrank, der aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der Zeit der Erbauung der Alexanderkirche, stammt,  an einen Ulmer Kunsthändler verkauft, der ihn 1926 wiederum an die Stadt Ulm um RM 2.500 weiterverkaufte. 

Der Marbacher Gemeinderat kam bei einer Informationsfahrt 1982 nach Ulm. Dabei entdeckte Stadtrat und Pfarrer Hans Dinkelacker vor dem Dienstzimmer des legendären Oberbürgermeisters Dr. Lorenser den aus Marbach stammenden Schrank. Ein damaliger Versuch, den Schrank wieder nach Marbach zu holen, scheiterte.

2003 startete der Marbacher Notar Hartmut Braun erneut einen Versuch. Der Schrank stand nicht mehr im Foyer des Rathauses. Nach hartnäckigen Nachforschungen fand sich der Schrank im Magazin des Ulmer Museums. In Verhandlungen wurde eine Ausnahmeregelung getroffen. So konnte der Schrank dank Spenden Marbacher Bürger und aus Mitteln des Vereins an seinen ursprünglichen Ort zurückgeholt werden. 

Der spätgotische Schrank, deutlich über 500 jahre alt, ist 271 cm hoch, 170 cm breit und 48 cm tief. Er gleicht dem Chorgestühl, hat Ornamente auf der Querleiste und nicht durchbrochene Friese.

Nach der Restaurierung des Kreuzrippengewölbes, der Decke und der Innenwände der Kirche wurde der Schrank im Kirchenraum ein halbes Jahr zur Besichtigung aufgestellt. Seit August 2004 hat er nun nach einer restauratorischen Überarbeitung wieder seinen alten angestammten Platz in der Sakristei eingenommen, wo er die nächsten Jahrhunderte hofffentlich unbeschadet überdauern wird.
















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